Markt Thierhaupten

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Geschichte

Ortsname germanischer Ursprung

Blick vom Kreuzberg zum Kloster Bild Karl Bauer
Blick vom Kreuzberg zum Kloster - © Karl Bauer

Geschichtlich gesehen hat Thierhaupten durch sein fr√ľhes Kloster eine ganz besondere Bedeutung. Jedoch weist der Ortsname  auf germanischen Ursprung hin ("Thier-Haupt"). Wahrscheinlich standen auf dem Kreuzberg Tierk√∂pfe, die Wotan geheiligt waren. 1776 wurde ein solcher aus Sandstein gemei√üelter Tierkopf ausgegraben. Hier, wo also einmal eine germanische Siedlung bestanden haben soll, wurde um das Jahr 750 n. Chr. ein Kloster gegr√ľndet.

Die Sage erz√§hlt, da√ü der Bayernherzog Tassilo III. aus dem Geschlecht der Agilolfinger, als er sich auf der Jagd verirrte, gelobte, an der Stelle, an der er sein Gefolge wiederfinden werde, ein Kloster zu erbauen. Eine Hirschkuh wies ihm den Weg. Er erf√ľllte sein Gel√ľbde und stiftete das Kloster. Daher ist eine Hirschkuh (Hindin) heute noch Wappensinnbild. So wurde aus der ehemals heidnischen Kultst√§tte Thierhaupten eine der fr√ľhesten, christlichen Kulturst√§tte in Deutschland.

Das Kloster geh√∂rt zu den bayerischen Urkl√∂stern, die f√ľr die Kultur und Geschichte des Landes eine wichtige Rolle spielten. Durch die Rode- und Siedlungst√§tigkeit in unserem Gebiet machten sich die M√∂nche besonders verdient. In insgesamt 58 Orten hatte das Benediktinerkloster Thierhaupten Besitzungen. Die Bauernh√∂fe und Grundst√ľcke um Thierhaupten bildeten eine klostereigene Hofmark, innerhalb welcher dem Kloster die niedere Gerichtsbarkeit zustand. Kaiser Ludwig der Bayer best√§tigte diese Gerichtsbarkeit im Jahr 1341. So bestand also hier seit dem Mittelalter eine kl√∂sterliche Verwaltungskanzlei, die die Bedeutung des Ortes schon fr√ľh herausstellte.

Jedoch wurde das Kloster Thierhaupten vom Ungl√ľck nicht verschont. 910 und 955 pl√ľnderten es die Ungarn. Der Schw√§bische Bund zerst√∂rte Ort und Kloster im Jahr 1504. Und auch der Drei√üigj√§hrige Krieg brach mit seinem Leid √ľber beide herein. Kurz vor der S√§kularisation erhielt die Klosteranlage ihr heutiges barockes Aussehen.

Kloster

Thierhaupten war f√ľr die Umgebung seit jeher ein bedeutender Mittelpunkt und schon immer ein marktberechtigter Ort, in dem Vieh- und Jahrm√§rkte abgehalten wurden. Seit 1610 bestand hier eine Papierm√ľhle, die bereits damals Papier mit Wasserzeichen herstellte. Das Kloster versorgte sich und sein Umland mittels eigener Betriebe. Dazu geh√∂rten u.a. eine Brauerei, vier M√ľhlen und f√ľr kurze Zeit sogar eine Druckerei.

Das Kloster fiel 1803 der S√§kularisation zum Opfer. Die Geb√§ude des Klosters mit √Ėkonomiegut wurden Privatbesitz, w√§hrend die ausgedehnten Waldungen ins Staatsbesitz √ľbergingen. Der letzte Abt, Edmund Schmid, blieb als Pfarrer in Thierhaupten. Nach der Klosteraufl√∂sung kaufte er die Klosterkirche zur√ľck und schenkte sie der Pfarrei. Damit wurde die sch√∂ne Klosterkirche zur Pfarrkirche.

W√§hrend des 2. Weltkrieges hatten die Bewohner unendliches Leid zu ertragen. Gegen Ende dieses Krieges wurde Thierhaupten am 25.4.1945 durch einen Fliegerangriff schwer heimgesucht. Mit Hilfe aller B√ľrger konnte hier nach dem 2. Weltkrieg, wo auch viele Heimatvertriebene eine neue Heimat fanden, eine Aufw√§rtsentwicklung - wenn auch nur nach und nach - eingeleitet werden.

1983 erwarb der Markt Thierhaupten das damals baulich desolate ehemalige Kloster. Nach 16-jähriger Bauzeit wurde die Klosteranlage am 14. Mai 2000 durch den Augsburger Bischof Dr. Dammertz eingeweiht.

Kontakt

Markt Thierhaupten // Marktplatz 1 // 86672 Thierhaupten
Tel.: 08271 8057-0 // Fax: 08271 8057-50 // E-Mail schreiben