Markt Thierhaupten

Seitenbereiche

Wichtige Links

Startseite | Inhalt | Impressum

Volltextsuche

leicht bew├Âlkt 17°C leicht bew├Âlkt 17°C
 

Heimat und Trachtenmuseum

Anschrift und Informationen

Heimat- und Trachtenmuseum
Heimat- und Trachtenmuseum

Heimat- und Trachtenmuseum Thierhaupten
Herzog-Tassilo-Stra├če 34
86672 Thierhaupten

Unser Museumswart Andreas Guggenberger Tel.: 08271 3398 f├╝hrt von M├Ąrz bis November jeden 2. Sonntag im Monat von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr durch das Museum.

Ein Bauernhaus wird Museum

Es war dem Heimat- und Trachtenverein gelungen, in Ortsmitte eines der ├Ąltesten Bauernh├Ąuser von Thierhaupten einzupachten. Es musste nicht umgebaut oder versetzt werden, sondern steht heute noch, wie es vor ├╝ber 300 Jahren gebaut wurde. Bis 1972 war das Haus regul├Ąr bewohnt, seit 1973 ist es Museum. Schon in dem sogenannten "Wening-Stich" aus dem Jahr 1701 ist zu erkennen, dass diese Bauform in unserem Heimatort ├╝blich war. Des weiteren sind in einer Aufzeichnung vom Jahr 1810 insgesamt 146 H├Ąuser in Thierhaupten bezeichnet, davon sind 6 zweist├Âckig gewesen, alle anderen wiesen diese Bauart auf. Beim Hausbau war fr├╝her ausschlie├člich einheimisches Baumaterial obligatorisch, waren doch damals lange Transportwege beschwerlich. Holz, Lehm, Sand und Kies waren ├Ârtlich vorhanden. Dies gen├╝gte. Als Beweis dient die Langlebigkeit dieser H├Ąuser.

1993 begannen die Vereinsmitglieder des Heimat- und Trachtenvereins unter Federf├╝hrung von Andreas Guggenberger mit der Renovierung des Trachten- und Heimatmuseums. Die Renovierung verlangte mehr als 1.000 Arbeitsstunden der helfenden Vereinskameraden des Heimat- und Trachtenvereins. Mit historisch wertvollen, handgefertigten Biberschwanzdachplatten, die von der zeitgleich ├Ârtlichen Klostergeb├Ąudesanierung herstammten, konnten nun die Trachtler das Dach des Heimatmuseums decken. Das Gem├Ąuer wurde neu verputzt und angestrichen. Durch eine Putzanalyse wurde festgestellt, dass dieses Geb├Ąude bereits 28 verschiedene Au├čenanstriche erhalten hatte. Zudem konnten wir vom P├Ąchter das Austragsh├Ąusl mit in den Pachtvertrag aufnehmen. Es wurde als "Schusterstube" ausstaffiert und konnte am Tag des Offenen Denkmals eingeweiht werden. Aus dem Thierhauptener Bauernhaus mit Hausnamen ÔÇ×PumperÔÇť war ein Museum, Baudenkmal und Zeitdokument geworden. Bauform und Einteilung sind genau den Bed├╝rfnissen einer fr├╝heren Bauernfamilie angepasst. Oberstes Gebot war "schlicht und zweckm├Ą├čig".

Das Museum zeigt Wohnen und Leben in fr├╝herer Zeit

Die ger├Ąumige Stube war Mittelpunkt der Familie. Kachelofen, Sofa und die lange Eckbank schufen eine gem├╝tliche Wohnatmosph├Ąre und erm├Âglichten T├Ątigkeiten wie N├Ąhen, Spinnen, Basteln und Spielen an den langen Winterabenden. Die K├╝che war das Reich der B├Ąuerin. Hier war gleichsam das Versorgungszentrum f├╝r alle Hausbewohner. In diesem Raum wurde das Essen zubereitet (Anrichte), gekocht und gebacken, auch mit Wasser und W├Ąrme wurde alles von der K├╝che aus versorgt (Pumpbrunnen). Der Kachelofen wurde ebenfalls von der K├╝che aus geheizt, damit die Stube sauber blieb. Desgleichen diente die K├╝che zur Futterbereitung f├╝r Ferkel und K├Ąlber (Zentrifuge, Kartoffeltopf). Die ├╝brigen Zimmer brauchte man als Schlafr├Ąume. Dies waren die Schlafkammer der Eltern, die Hinterkammer und das Dachst├╝berl auf dem Speicher. Der restliche Dachraum wurde als Lagerplatz f├╝r das Getreide verwendet.

Ein Bauernhof in mittlerer Gr├Â├če - etwa 30 Tagwerk - versorgte die Familie vollst├Ąndig. Auf dem Hof war alles da, was man zum Leben brauchte, wie Milch, Eier, Fleisch. Auf den Feldern wuchs das Getreide f├╝r Brot und Backwerk. Der meist gro├čfl├Ąchige Hausgarten wurde damals haupts├Ąchlich genutzt zum Gem├╝se- und Obstanbau und zum Auslauf der H├╝hner. Man hielt Gefl├╝gel, Schweine, Schafe und Rinder. Flachs und Schafwolle f├╝r Leinen und Wollsachen, die Bettfedern und das Stroh f├╝r den Strohsack waren Eigenprodukte. Nur ganz wenige Dinge wie Salz, Zucker, Essig und ein paar St├╝ck Kernseife und "s┬┤Schlachtgw├╝rz" holte man sich beim Kr├Ąmer.

Alle Ger├Ątschaften, die zur Feldherstellung gebraucht wurden, sind in der fr├╝heren Schlafkammer zu sehen; die Ernteger├Ąte und die Windm├╝hle zur Getreidereinigung sind im Dachraum untergebracht. Angebaut am Wohnhaus befindet sich das ÔÇ×Austragsh├ĄuserlÔÇť. Es diente den Gro├čeltern als Schlafstube, da der Wohnraum im Haus f├╝r 3 Generationen sehr beengt war und erm├Âglichte dem Senior einen kleinen Nebenverdienst beim Schuhe reparieren.
Andreas Guggenberger war es beim Einrichten des Museums wichtig, dass der Besucher Gegenst├Ąnde und Einrichtungen betrachten kann, die in fr├╝herer Zeit auf dem Bauernhof ├╝blich und zum t├Ąglichen Leben notwendig waren. Er soll sich in das Landleben vor etwa 100 Jahren hinein versetzen k├Ânnen.

Kontakt

Markt Thierhaupten // Marktplatz 1 // 86672 Thierhaupten
Tel.: 08271 8057-0 // Fax: 08271 8057-50 // E-Mail schreiben